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ehe er faul wird."
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  "Die Zeit der Trauer durchlebt"
 

Clowneskes Theater mit Sophia Altklug bei Hopizbewegung
In: Bonner Rundschau 29. September 2003

von Armando Furlani

Bad Honnef. "Niemals geht man so ganz. Irgendetwas von mir bleibt hier. Es hat seinen Platz immer bei dir." Der Klassiker von Trude Herr, entstanden 1987 in Zusammenarbeit mit den Kölner Musikgrößen Tommy Engel und Wolfgang Niedecken, bildetete den leisen aber stimmungsvollen Einstieg in ein ungewöhnliches Theatererlebnis im gut gefüllten Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde in der Luisenstraße.

In ihrem Stück "Die Spieldose - Wenn die Clownin Trauer trägt" verband die von der Ökumenschen Hospizbewebung Bad Honnef eingeladene Künstlerin Sophia Altklug Trauern und Trost, Verlust und Abschiednehmen, Loslassen und Einlassen. Sie spielte eine ältere Frau, die beim Wiederentdecken einer Spieldose ihrer Mutter an deren Tod erinnert wird und dadurch die Zuschauer an dem damals durchlebten Trauerprozess teilhaben lässt.

Auf ihrer "Reise" begegneten ihr dabei verschiedene Figuren aus der Märchenwelt. Überhaupt scheint Sophia Altklug, die im bürgerlichen Leben Kristin Kunze heißt, auf einem idyllischen Bauernhof lebt und mit 53 Jahren ihre Zahnarztpraxis aufgab, um bei der Zirkus- und Clownschule "Miranda" im Münsterland eine Clownausbildung zu machen, das Spiel mit den Assoziationen zu lieben. Denn der Untertitel des Stückes ist an den Psychothriller "Wenn die Gondeln Trauer tragen" angelehnt. Der auf einem Roman von Daphne Du Maurier basierende Klassiker aus dem Jahre 1973 erzählt von einem Ehepaar, das den Tod ihrer kleinen Tochter verarbeiten muss und in Venedig in mysteriöse und übersinnliche Ereignisse verwickerlt wird. Ganz so gruselig war Altklugs Stück nicht, clowneskes Theater nennt sie vielmehr ihr Spiel, welches bei den Zuschauern auf positive Resonanz stieß.

Einen "gut vollziehbaren Trauerprozess" sowie "einen Spielgel des eigenen Lebens" hatte Dieter Greiner, in der Stationären Seniorenarbeit tätig, in dem Stück gesehen. Auch Ingrid Tischer, Leiterin einer Selbshilfegruppe für verwitwete Menschen in der Lebensmitte in Siegburg, die vor sieben Jahren ihren Mann verlor, fand das Stück sehr realitätsnah. Besonders die vier Trauerphasen hatten es ihr angetan. "Sehr gut wiedergegeben war die Wut, das Gefühl alleine zu sein, allein gelassen zu werden", so das übereinstimmende Urteil zweier Zuschauerinnen.

Und Sophia Altklug hatte am Ender ihres Stückes für die Anwesenden auch die passenden Worte für den Heimweg gefunden: "Ich verliere etwas und werde irgendwann und irgendwie reicher. Aber immer wieder muss ich gehen lassen, muss ich mich neu einlassen."

 

 
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