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ehe er faul wird."
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"Das Wort zum Sonntag "
 

In: Westfalen-Blatt 11./12. März 2006

von Pfarrer Christoph Beyer

Theaterabend im Valdorfer Gemeindehaus: Eine Clownin tritt auf und nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Stunde lang mit in eine besondere Welt. Eine Frau, die als Clown auftritt - da werden sie an Spaß und Frohsinn denken, an Kichern und lautes Lachen.

Aber es kommt anders. Die Bühne wird erleuchtet und eine Frau im knallroten Clownsgewand tritt auf. Es ist eine alte Frau mit roter Clownsnase. Sie beginnt, den Dachboden zu durchsuchen. Sie findet alte Dinge und erinnert sich.

Ich denke: Na ja, der komische Teil kommt bestimmt noch.

Jetzt fängt sie an, in den Kisten auf der Bühne zu kramen. Sie findet eine Spieluhr, ein Akkordeon, alte Bilder. Sie erinnert sich und fängt an, von ihrer Mutter zu erzählen. Manchmal reichen ja schon ein paar alte Fotos oder eine alte Melodie und die Erinnerungen sind wieder da. Ein Gespräch über alte Zeiten lässt Menschen wieder lebendig werden. Die Clownin kramt wieter. Mal lacht sie - mal weint sie. Und mitten im Weinern hört sie wieder auf. Lacht lustig und findet neue Gegenstände. So ist das, wenn ich einen Menschen verloren habe. Hin und her gerissen bin ich dann. Mal traurig und dann wieder lustig. Mal ganz in traurigen Erinnerungen und dann kann ich wieder schmunzeln über die schönen Stunden.

Die CLownin beginnt dann mit der Verstorbenen zu reden. Ich denke: Es ist ja schon etwas komisch, wie sie da so ganz allein auf der Bühne steht und mit ihrer Mutter spricht. Aber sie führt das vor, was ich auch mache, wenn ein wichtiger Mensch gegangen ist. Ich rede weiter mit ihm. Habe ihm noch etwas zu erzählen oder Fragen mit ihm zu klären. Und wenn ich es laut tue, dann bekomme ich komische Blicke.

Nach einer Stunde geht das Licht an und die Clownin tritt von der Bühne. Sie verbeugt sich, der Auftraitt ist beendet ... ich habe nicht laut gelacht, aber sie hat mich mitgenommen. Sie hat mich daran erinnert, wie es ist, wenn ich einen lieben Menschen verloren habe. Hin und her gerissen bin ich dann zwischen den schönen Erinnerungen und der Traurigkeit.

(...)

 

 
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